Geschichte am Gymnasium Buchloe

Unsere Lehrkräfte:

Bernhard Bogner
Christian Fendt
Vanessa Hilse
Florian Keller
Martin Waizbauer
Klaus Wehnert
Corinna Wilde


Geschichte in der Schule ist mehr als das Auswendiglernen von Zahlen.

Im Umgang mit der Geschichte entwickeln die Jugendlichen Verständnis für die unter-schiedlichen Lebensformen und Mentalitäten der Menschen in vergangenen Zeiten und damit auch für fremde Kulturen der Gegenwart. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für ihr eigenes Leben in einer von vielfältigen kulturellen Einflüssen geprägten Gesellschaft.

Bei der unterrichtlichen Arbeit erhalten die Schüler auch einen Einblick in historische Forschungsmethoden und fachspezifische Vorgehensweisen zur Erschließung der Vergangenheit. Schrittweise werden sie zur selbständigen problemorientierten Beschäftigung mit historischen Vorgängen befähigt und erlernen den reflektierten Umgang mit Geschichtsvorstellungen in Vergangenheit und Gegenwart. Sie begegnen den Formen öffentlicher Geschichts- und Erinnerungskultur und werden in die Lage versetzt, daran teilzuhaben. So wird am Gymnasium Buchloe viel Wert auf das Lernen vor Ort durch Exkursionen sowie Ausstellungsbesuche gelegt. Auch der direkte Austausch mit Zeitzeugen spielt eine bedeutende Rolle.

Aus der direkten Begegnung mit historischen Ereignissen heraus entwickeln die Schüler Möglichkeiten der eigenen Lebensorientierung, indem sie aus der reflektierten Betrachtung der Vergangenheit Prämissen für das eigene Denken und Handeln gewinnen.


Exkursionen:

Besuch des Betonbunkers im Frauenwald

Für die Schüler/innen der 9.Klasse unseres Gymnasiums ist nicht nur der Besuch des Konzentrationslagers Dachau eine Pflichtveranstaltung, die tiefe Eindrücke bei ihnen hinterlässt. Die Fachschaft Geschichte bucht seit einigen Jahren auch die Besichtigung des von den Nationalsozialisten euphemistisch verklärten „Weinguts II“, Deckname für einen berüchtigten Betonbunker, in dem sich innerhalb nur eines Jahres von Mai 1944 bis Mai 1945 insgesamt 6391 Häftlinge zu Tode schuften mussten. In unterirdischen Gewölben sollte hier eine bombensichere Flugzeugfabrik gebaut werden. Die geplanten Ausmaße erscheinen auch heute noch gigantisch: auf 400 Metern Länge und fünf Etagen sollte 1944 ein Düsenjäger gebaut werden. Doch das Riesenprojekt wurde nie vollendet. Immerhin wurden 233 Meter Länge fertiggestellt, der Bunker ist 85 Meter breit und 25 Meter hoch. Das Innere wirkt noch heute beklemmend und sich die Arbeit der unterernährten, geschwächten Häftlinge in den stickigen, lichtlosen Räumen vorzustellen benimmt selbst dem heutigen Besucher noch den Atem. Auch der Gang durch die angegliederte Ausstellung mit Fotos und Zitaten der Überlebenden, von denen manche damals Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren waren, beeindruckt heutige Schüler natürlich in besonderem Maß. Nach der Führung durch einen Bundeswehrjugendoffizier wurde ein Spielfilmausschnitt aus „Band of Brothers“ gezeigt, der die Situation des Lagers bei der Befreiung durch die Amerikaner realistisch nachempfindet. Darin wird die Fassungslosigkeit der US-Soldaten der Resignation der KZ-Opfer gegenübergestellt, deren Denken nur mehr auf das Überleben ausgerichtet ist.

Anschließend besuchen die Schüler das neue Dokumentationszentrum der Erpftinger Erdhütten, die sogenannten „Tonröhrenbunker“ des Außenlagers Kaufering IV, wo ihnen Herr Manfred Deiler, Präsident der Holocaust-Gedenkstätte, Einblick in die entsetzlichen Lebensbedingungen der damals dort untergebrachten Häftlinge gab.

Im Zusammenhang mit dem Geschichtsunterricht der 9. Klasse, der den Nationalsozialismus theoretisch erklärt, hinterlassen die Besuche in Dachau und Landsberg/Igling stärkere und bleibende Eindrücke, da diese Geschichte lebendig werden lassen und so zu „Geschichte zum Anfassen“ in nächster Umgebung wird.