
Vom 15. bis 17. Juli unternahm das W-Seminar „Kinder im Krieg“ eine dreitägige Studienfahrt nach Mainz. Ziel der Exkursion war es, mit Experten ins Gespräch zu kommen, wichtige Impulse für die eigene W-Seminararbeit zu gewinnen und historische Lebenswelten unmittelbar nachzuvollziehen.
Eine besondere Gelegenheit dazu bot die Führung durch die Mainzer Unterwelten e. V. Die speziell auf das Seminarthema zugeschnittene Tour führte die Schüler in die ehemaligen Luftschutzräume der rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt. Während des Zweiten Weltkriegs hatten dort mehrere tausend Menschen, vor allem viele Frauen, Kinder und Jugendliche, Schutz vor Bombenangriffen gesucht. Ausgestattet mit Helmen und Taschenlampen erkundete die Seminargruppe aus Buchloe die engen Gänge und erhielt einen eindrucksvollen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Mainzer Bevölkerung während des Krieges. Besonders bewegend waren der Bericht eines Jugendlichen, der nach einem Bombenangriff verschüttet worden war, sowie die Schilderungen über die unterirdischen Abenteuer der Nachkriegszeit.
Ein weiterer Höhepunkt der Fahrt war der Besuch an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dort trafen die Schüler auf Apl. Prof. Dr. Markus Raasch, der die Forschungsgruppe „Kinder im Krieg“ ins Leben gerufen und unter anderem diesen Themenbereich zu einem seiner Forschungsschwerpunkte gemacht hatte. Unterstützt wurde der Dozent von Studierenden, die aktuell wissenschaftliche Arbeiten über Alltag und Prägungen von Kriegskindheiten schreiben. Nach einer Vorstellungsrunde erhielten die Buchloer Gäste in Kleingruppen spannende Einblicke in neue Forschungsprojekte. Dabei wurden aktuelle Forschungsansätze präsentiert, diskutiert und Literaturempfehlungen ausgesprochen. Die Schüler präsentierten anschließend ihre eigenen W-Seminararbeitsthemen, stellten Fragen und erhielten im Austausch mit den Wissenschaftlern wertvolle Hinweise für ihre weiteren Vorhaben.
Eine Schifffahrt auf dem Rhein zwischen Mainz und der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden rundete das dreitägige Programm ab. Am letzten Tag der Studienfahrt fand eine gemeinsame Abschlussbesprechung statt. Im Mittelpunkt standen praktische Fragen rund um das Verfassen der W-Seminararbeit – von der korrekten Zitierweise über den Aufbau von Einleitung, Hauptteil und Schluss bis hin zu Layout und formalen Anforderungen.
Fabian Benkowitsch
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