Gelungene Theaterpremiere

Die Zauberflöte ... immer wieder zauberhaft!

Mozarts "Zauberflöte" als "zirzensisches Theater"

Die Aula des Buchloer Gymnasiums war ausverkauft, als am Mittwoch, den 28.Oktober 2015 um 19.00 Uhr zur Premierenaufführung des Singspiels "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart geladen wurde. Die Besucher wollten dem verheißungsvollen Untertitel "ein zirzensiches Theater" auf den Grund gehen und sie sollten Zeugen einer beeindruckenden und nie dagewesenen Interpretation des bekannten Werkes werden.

Der Vorhang öffnete sich und die Zuschauer waren mitten im Geschehen: Ein glutrot verkleideter Drache auf einem Einrad verfolgt den Prinzen Tamino, der von drei Damen gerettet wird. Sein Erwachen wird von einer munteren Schar bunt gefiederter Einrad-Fahrerinnen begleitet, die Papageno umtanzen und ihm immer wieder ent-wischen.

Papageno, der sich als Retter des Prinzen ausgibt, erklärt Tamino, dass er für die sternflammende Königin und ihre bezaubernden Damen die schönsten Vögel fängt. Die Letztgenannten erscheinen nun, bestrafen den Geschwätzigen mit einem Schloss vor dem Mund und überreichen Tamino ein Bildnis der Königstochter Pamina, in das er sich umgehend verliebt. Dazu passend zeigen zwei Schülerinnen graziöse Darstellungen in einem an eine Mondsichel erinnernden Reifen, die von den Zuschauern mit viel Beifall bedacht werden. Die Königin der Nacht ermutigt Pamino, ihre von Sarastro entführte Tochter zu befreien. Der Vorhang fällt - und Matten und ein Kasten werden unter dem Geschrei eines Sklavenaufsehers herbei getragen. Sie kündigen die Akrobaten an, die zur Ouvertüre der Zauberflöte in der zerlumpten Kleidung der Rechtlosen furchtlos und elegant immer gewagtere Sprünge und Salti zeigen, so dass manchem Zuschauer der Atem stockt. In der nächsten Szene sieht man Pamina auf ein Sofa mit Baldachin gebettet. Papageno berichtet ihr von der geplanten Rettung durch einen schönen Prinzen. Wieder fällt der Vorhang und nun spricht im dunklen Wald ein Priester des Großen Sarastro mit Tamino: er solle alles daran setzen, das gefangen gesetzte Mädchen zu erretten. Im selben Moment verzaubert sich der Wald: zum Flötenduett umgeben immer mehr wilde Tiere den Prinzen, die anmutig akrobatische Kunststücke zeigen.

Tamino gelingt es, mit seinem Flötenspiel die wilden Tiere zu zähmen. Doch nicht lange währt diese Harmonie, denn plötzlich springen Jongleure mit Diabolos auf die Bühne und zeigen ihre beeindruckende Kunst. Aus dem Off erklingt der unheilvolle Satz: "Sarastro soll leben!" und schon betritt der Genannte würdevoll mit langem Bart die Szene: Vor ihm schreiten engelsgleich mit goldenen Flügeln seine Dienerinnen her. Ein herab gelassenes Trapez wird zum Magnet für die Zuschauer, die ihre Blicke nicht abwenden können von den kunstvoll und wagemutig dargebrachten akrobatischen Figuren, die mit anhaltendem Applaus und begeisterten Zurufen belohnt werden. Zum Ende dieser Darbietung bringt der Mohr Tamino als Verräter zu Sarastro. Erstmals sehen sich die beiden Liebenden von Angesicht zu Angesicht und Sarastro erläutert Tamino, dass er sich mehreren Prüfungen unterziehen muss, um in den Tempel der Isis aufgenommen zu werden und Pamina ehelichen zu können. Nach der Pause eröffnen Jongleure mit Leuchtkugeln die dunkle Bühne und erhellen damit sternengleich Paminas Schlaf. Erst als die Königin der Nacht Paminas Schlafzimmer betritt und ihr einen Dolch übergibt, mit dem sie Sarastro, töten soll, fällt wieder Licht auf das Geschehen. Dramatisch spitzt sich der Dialog zu, als Pamina den Auftrag ablehnt. Doch diese ungute Spannung verliert sich rasch, als Papageno auf einer Bank sitzend sein eheloses Schicksal beklagt und einer alten Frau begegnet, die ihm Wasser reicht ihm unzweideutig klar macht, dass nur sie ihn aus Einsamkeit und Verdammnis erretten kann. Es erscheinen die beiden Priester und mit ihnen tasten sich zwei graziöse Gestalten auf riesigen roten Bällen auf die Bühne. Die Akrobatinnen tänzeln um den Vogelhändler herum, werfen sich gegenseitig bunte Reifen und Bälle zu, ja sie zeigen sogar Seilspringkünste auf den Bällen! - und das vormals alte Weibchen ist nun zur jungen Papagena geworden. Grünbunt verkleidete Mädchen stellen die künftigen Kinder des Vogelhändlerpaares dar. Hier gerät die Bühnenshow zu einem Märchen aus Farben, Klängen und Bewegung. Als auch Tamino Pamina seine Treue schwört, kommen Tänzerinnen mit bunten Bändern und Jongleure mit roten und blauen Keulen auf die Bühne. Beide werden wird in einer feierlichen Zeremonie in den Tempel aufgenommen. Als der Mohr die Königin und ihr Gefolge siegessicher zum Ort des Geschehens führt, müssen sie mit ansehen, dass sie zu spät kommen: Tamino und Pamina sind bereits ein Paar.

Nach der Aufführung strömten nochmals alle Akteure auf die Bühne, um ein buntes Bild zu zeichnen, das die Zuschauer, die langanhaltenden und begeisterten Applaus spendeten, so schnell nicht vergessen werden.

Make-up und Kostüme waren fein aufeinander abgestimmt und jede Szene ließ erkennen, mit wie viel Liebe zum Detail und Ideenreichtum das Schauspiel von Andrea Seif und Anna Winkler vorbereitet und umgesetzt worden war. Die geschmackvollen, hinreißenden Kostüme waren vom Tanzstudio Schlund sachkundig ausgewählt und verliehen worden und ließen die Akteure mit ihren Rollen verschmelzen. Das Make-up vervollständigte die perfekte Ausgestaltung des Theaterstücks.

Am Ende der Aufführung wussten die Besucher, was es mit einem "zirzensischen Theater" auf sich hat: Beeindruckende, faszinierende Akrobatik mit leidenschaftlicher Lust am Theaterspielen verschmelzen zu einem Fest für alle Sinne!

Ein grandioser Abend und ein unvergessliches Erlebnis!

Corinna Wilde

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