Gymnasium
Buchloe
Gemeinde Buchloe
Gemeinde Jengen
Gemeinde Lamerdingen
Gemeinde Waal
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Historie Gymnasium Buchloe

16.03.2005 Antrag der VG Buchloe beim Landkreis Ostallgäu

06.04.2006 Kultusministerium fordert Bedarfsplanung

08.05.2006 Beauftragung der Bedarfsanalyse durch Planungsverband
                   Äußerer Wirtschaftsraum München

14.05.2007 Positives Ergebnis der Bedarfsplanung und Feststellung der
                   gesicherten Erforderlichkeit 

24.10.2008 Resolution des Kreistages

16.02.2009 Ministerpräsident Seehofer sichert im Bürgerdialog in 
                   Augsburg persönliche Prüfung zu

02.03.2009 Kultusministerium lehnt Gymnasium Buchloe ab

19.03.2009 Ostallgäuer Delegation beim Ministerpräsidenten

17.06.2009 Entscheidung: Buchloe bekommt ein Gymnasium!

27.07.2009 Kreistag beschließt Finanzierungsregelung (78% Landkreis, 
                   22% VG Buchloe)

19.11.2009 Kultusminister Spaenle bestätigt die Errichtung eines
                   Gymnasiums in Buchloe

16.03.2010 Schulaufsichtliche Genehmigung der Regierung von
                   Schwaben

16.07.2010 Beschluss Kreistag – Errichtung dreizügiges Gymnasium mit
                   zwei Fachrichtungen auf der Grundlage des von der Regierung
                   von Schwaben genehmigten Raumprogramms und des
                   Wirtschaftlichkeitsvergleichs vom Mai 2010.

11.08.2010 Förderantrag nach Art. 10 FAG und Erteilung der
                   Unbedenklichkeitsbescheinigung bei der Regierung
                   von Schwaben.

19.08.2010 Vergabebekanntmachung für das ÖPP-Projekt im Supplement
                   zum Amtsblatt der EU. Die Frist für den Teilnahmewettbewerb
                   läuft bis zum 04.11.2010. 

17.03.2011 Informationsveranstaltung in der Comenius Grundschule 
                   Buchloe

13.05.2011 Einschreibung der Pionierklassen

Mai-Sept. 2011 Renovierung der Räumlichkeiten für die Pionierklassen in
                   der Comenius Grundschule Buchloe

08.07.2011 Genehmigung offene Ganztagsschule

13.09.2011 Erster Schultag der Pionierklassen

15.09.2011 Besuch von Staatssekretär Kreuzer bei den Pionierklassen

 

 


Resolution des Kreistages zur Neuerrichtung eines Gymnasiums in Buchloe

In größter Übereinstimmung haben die Mitglieder der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe und der Kreistag Ostallgäu für die Neuerrichtung eines Gymnasiums in Buchloe gestimmt. Mehrfach ist diese Haltung bekräftigt worden und von weiteren Beteiligten, insbesondere aus der Bevölkerung und der regionalen Wirtschaft unterstützt worden. Durch verschiedene Gutachten und objektive Zahlen und Fakten ist belegt, dass Buchloe ein eigenständiges Gymnasium in der Zukunft betreiben kann und das bereits bestehende Gymnasium in Türkheim keinesfalls in seiner Existenz bedroht ist.

 

Wir fordern deshalb mit Nachdruck die Verantwortlichen im Kultusministerium auf, der Neu­errichtung eines Gymnasiums zuzustimmen und dabei die gewichtigen und zahlreichen Ar­gumente hierfür zu berücksichtigen:

1.

Nach einer ganz aktuellen Diskussion in Deutschland, mitgeführt vom Freistaat Bayern soll der Bildungsstandort Deutschland deutlich gestärkt werden. Die geplante Erhöhung der Bildungsausgaben kann und muss auch in ein neues Gymnasium in Buchloe fließen!
 

2.

Alle im Landtag vertretenen Parteien und Gruppierungen haben im erst kurz zurück­liegenden Landtagswahlkampf die Verbesserung der schulischen Bildung als vor­rangiges Ziel für die künftige Legislaturperiode bezeichnet. In verschiedenen Be­reichen hat sich erwiesen, dass auch im Freistaat Bayern Verbesserungen un­ver­zichtbar sind. Wir fordern alle politischen Kräfte deshalb auf, die bisherigen klaren Äußerungen aufrechtzuerhalten und sie dadurch in die Praxis umzusetzen, dass die Bildungslandschaft in der Region durch ein neues Gym­nasium wesentlich verbessert wird. Daran lässt sich auch ein großer Teil an Glaubwürdigkeit ablesen, die seitens der Öffentlichkeit der Politik noch entgegen ge­bracht wird!

3.

Die Kommunalfreundlichkeit des Freistaates Bayern, der Staatsregierung und des Baye­rischen Landtages orientiert sich auch daran, dass einem nachdrücklich und intensiv überlegten Wunsch der Stadt Buchloe, dem Markt Waal, der Gemeinde Jengen, der Gemeinde Lamerdingen und des Landkreises Ostallgäu nachgekommen wird, nachdem durch diese Kommunen erhebliche eigene Aufwendungen und ent­sprechende stichhaltige Argumente insbesondere auch durch Gutachten eingebracht werden.

Ergänzt werden der Wunsch und die Forderung von kommunaler Seite durch die Ver­einigung des Kooperationsraumes Mittleres Lechtal/A 96, dem auch die Stadt Lands­berg und deren Umland angehören. Gerade die Gymnasien in Landsberg stoßen be­reits an ihre Kapazitätsgrenzen und könnten teilweise entlastet werden. Zusätzlich begrüßt der Regionale Planungsverband Allgäu die Errichtung des Gymnasiums, der Förderverein Gymnasium Buchloe e. V., der auch über 4.400 Unterschriften Herrn Staats­minister Siegfried Schneider überreichen konnte. Auch Vertreter mehrerer größerer und namhafter Wirtschaftsunternehmen aus dem Raum Buchloe haben sich schrift­lich für die Stärkung des Standortes durch die Errichtung eines Gymnasiums ausge­sprochen.

4.

Es gibt klare Gründe für eine Neuerrichtung eines Gymnasiums in Buchloe: 

 

Ø 

Wir brauchen verbesserte Bildungschancen auf dem gymnasialen Sektor, da die Übertrittsquoten mit unter 30 % weit unter dem bayerischen Durchschnitt liegen. Bildung hat für unsere jungen Menschen und für die Zukunft unserer Region höchste Priorität und Bildungschancen müssen möglichst gleichmäßig verteilt sein, eine Benachteiligung des ländlichen Raumes muss ausge­schlossen werden. Es ist offenkundig, dass mit einem verbesserten Angebot in Buchloe eine Steigerung der Übertrittsquote um bis zu 10 %-Punkte zu erwarten ist.

 

Ø 

Ein neues Gymnasium in Buchloe entlastet andere Schulen: Die Realschule Buchloe, die eine überdeutliche Steigerung der Schülerzahlen verzeichnet, würde entlastet, da auch nach Aussagen der Schulleitung eine größere Anzahl an Schülerinnen und Schülern für ein Gymnasium geeignet wäre. Das Maristenkolleg in Mindelheim würde ebenfalls profitieren, genauso wie das Jakob-Brucker-Gymnasium in Kaufbeuren. Gerade in Kaufbeuren steht die Ansiedlung eines großen Unternehmens mit zahlreichen zusätzlichen Arbeits­kräften an und be­nötigt entsprechend Kapazitäten auch und vor allem im Gymnasium.

 

Ø 

Die Schulwege zum Gymnasium Türkheim sind teilweise inakzeptabel. Ins­besondere im Umland von Buchloe werden unseren Schülerinnen und Schülern Schulwege teil­weise von über 3 Stunden Dauer pro Tag zugemutet. Ein neues Gymnasium in Buchloe würde dieses Problem hervorragend lösen! Auf das achtjährige Gymnasium bezogen verschärft sich das Schülerbeförderungs­problem noch weiter, da auch Nachmittagsunterricht zu bewältigen ist.

 

Ø 

Ein Gymnasium in Buchloe ist zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Buchloe von ent­scheidender Bedeutung. Ein stark verbessertes Bildungsangebot stärkt den ländlichen Raum und fördert die Ansiedlung von qualifizierten Arbeits­plätzen ebenso wie die Standorttreue von vorhandenen Unternehmen.

 

Es ist objektiv nachgewiesen, dass der Wirtschaftsraum Buchloe in den nächsten Jahren trendwidrig weiterhin wachsen wird. Dies liegt an der geogra­fischen Lage zur Europäischen Metropolregion München, an der A 96, an der Bahn­strecke München-Memmingen-Lindau, an der Nähe zum Flughafen Memmingerberg etc.. Buchloe bietet für weitere Gewerbeansiedlung hervor­ragende Standortkriterien und hohe Wohnqualität. Auch ist die Bauleitplanung diesem Zuwachs durch vorausschau­ende Politik gewachsen.

Einem Bevölkerungswachstum muss aber auch eine mitgewachsene Infra­struktur entgegenstehen, was insbesondere die schulische und vor allem gymnasiale Bildungsmöglichkeit umfasst.

5.

In Buchloe kann erwiesener Maßen ein dreizügiges eigenständiges und lebens­fähiges Gymnasium aufgrund der Rahmenbedingungen entstehen und bestehen bleiben. Somit ist auch eine hohe Qualität des Bildungsangebotes im neuen Gymna­sium gewährleistet. Gerade bereits vorgeschlagene spezialisierte Fachrichtungen  können die Attraktivität des Buchloer Gymnasiums noch weiter steigern. Hier darf be­züglich eines speziali­sierten und innovativen Bildungsangebotes kein Denkverbot be­stehen! Ent­sprechende Vorschläge sind unsererseits eingebracht worden.

 

Ein entscheidendes Faktum ist, dass ebenfalls nachgewiesener Maßen das Gym­na­sium in Türkheim nicht in seiner Existenz bedroht wäre. Im Gegenteil, hier würden neue Entwicklungschancen entstehen und der Betrieb würde auf einem Niveau zahlenmäßig weiterbetrieben werden können, wie es über etwa 17 Jahre von 1984 bis 2001 erfolgreich der Fall war. Wir haben auch nachgewiesen, dass es eine Viel­zahl von Gymnasien ähnlicher Größenordnung gibt, wie sie in Türkheim und in Buchloe dann vorhanden wären.

Wir halten es für unvertretbar, Gymnasien auf weit über 1.000 bis 1.500 Schülerinnen und Schüler auszubauen. Es sollte mittlerweile allgemeine Meinung sein, dass diese Größenordnung zu umfassenden Problemen führt, die dann wiederum mit hohem Aufwand in personeller und finanzieller Hinsicht zurückgeführt werden müssen.

6.

Die Ernsthaftigkeit des Vorhabens ist auch dadurch unterlegt, dass die Stadt Buchloe bereits ein sehr gut geeignetes Grundstück für den Neubau des Gymnasiums erwor­ben hat!

Es sind somit alle Voraussetzungen für ein weiteres Gymnasium in Buchloe neben dem Gymnasium in Türkheim vorhanden. Die über Jahre und aktuell geführte Bildungsdiskussion kann anhand dieses Beispieles in Buchloe konkret umgesetzt werden und wir fordern eine dadurch verbesserte Bildungschance für unsere Kinder und Jugendlichen mit gleichzeitiger Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einer attraktiven und florierenden Region. Auch in Zeiten finanzieller Schwierigkeiten darf das Thema Bildung nicht weiter ab­rutschen, sondern muss im Gegenteil noch deutlicher auf die erste Position gesetzt werden. Deshalb fordern wir nachdrücklich eine zeitnahe und dann auch positive Entscheidung für ein neues Gymnasium in Buchloe!

 

Marktoberdorf, 24.10.2008